Lagerungshinweise - Werkstoffgerechte Lagerung von Kunststoffen

19.02.2021 15:49

1. Niedrige Umgebungstemperatur

Aufgrund ihrer chemischen Strukturen verspröden Kunststoffe bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.
Sie werden hart, unelastischer und schlagempfindlich. Eine niedrige Umgebungstemperatur erhöht besonders bei Fertigteilen die Bruch- und Rissgefahr durch äußere Krafteinwirkung. Sie sollte daher auf keinen Fall geworfen, geschüttelt oder fallen gelassen werden.

2. Witterungsfaktoren

Witterungsfaktoren wie Sonneneinstrahlung, Luftsauerstoff und Luftfeuchtigkeit können die Werkstoffeigenschaften
von Kunststoffen verändern und nachhaltig negativ beeinflussen (z.B. durch Ausbleichen und/oder Oxidieren der Oberfläche
von Materialien ohne spezielle UV-Stabilisatoren, Wasseraufnahme, etc.).
Direkte Sonneneinstrahlung oder einseitige Erwärmung kann zu dauerhaftem Verzug bzw. Welligkeit durch Wärmedehnung und
frei werdende innere Restspannung führen. Daher sollte Fertigteile nie, Halbzeuge möglichst nicht über eine längeren Zeitraum
im Freien gelagert werden. Die kratzempfindlichen Oberflächen von Kunststoffen erfordern bei Transport und Lagerung besondere Beachtung.

3. Kunststoff-Oberflächen

Die kratzempfindlichen Oberflächen von Kunststoffen erfordern bei Transport und Lagerung besondere Beachtung. Sie können scharfe Kanten
an Regalen, Nägel in Palette, grobe Schmutzpartikel zwischen den Produkten und andere scharfkantige Gegenstände zu Kratzern und/oder Riefen und ggf. durch die Kerbwirkung zu Brüchen führen.

4. Kontakt mit Chemikalien, Lösungsmitteln, Ölen, Fetten

Die Vielzahl der Werkstoffzusammensetzungen von Kunstoffen bedingt unterschiedlich Beständigkeit gegenüber Chemikalien, Lösemitteln,
Ölen und Fetten. Der Kontakt mit diesen Substanzen kann zu Oberflächentrübung, Quellung, Zersetzung und nachhaltigen Veränderungen der
mechanischen Eigenschaften führen. Diese chemisch-aggressiven Substanzen sollten grundsätzlich an einem gesicherten Ort und nicht in der Nähe von Kunststoffen aufbewahrt werden.

5. Temperaturschwankungen

Größere Temperaturschwankungen können zu reversiblen Maßveränderungen der Kunststoffe aufgrund von Schrumpfung oder Dehnung führen. Deshalb sollten Maßkontrollen unmittelbar nach Wareneingang nur dann durchgeführt werden, wenn die Produkte im Anlieferzustand
Raumtemperatur (20°c) aufweisen. Da Temperaturen ober- oder unterhalb der Raumtemperatur zu Dehnung bzw. Schrumpfung des Materials und damit zu falschen Messwerten führen können, sollte das Material vor einer Maßkontrolle an einem trockenen Ort zwischengelagert und auf Raumtemperatur gebracht werden.

6. Restspannungen

Trotz Temperung können Kunststoffe und die daraus hergestellten Fertigteile aufgrund Ihres speziellen Herstellungsverfahrens Restspannung aufweisen.Diese tendieren dazu, sich bei längerfristiger Lagerung unter Temperatureinfluss (z.B. Sonneneinstrahlung) zu entspannen.
Die zusätzliche Neigung der Polyamide zur Wasseraufnahme bei erhöhter Luftfeuchtigkeit führt zu einer Volumenzunahme.
Beide Vorgänge bringen in der Regel Maßveränderungen und Verzug mit sich. Aus diesen Gründen und trotz aller Sorgfalt während der Herstellung unserer Produkte können wir keine Gewährleistung für dauerhafte Maßhaltigkeit und Verzugsfreiheit von Fertigteilen übernehmen.


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