Polyethylen (PE) in 3 Varianten

15.01.2020 09:44

Polyethylen – auch kurz PE genannt – ist einer der beliebtesten und der am weitesten verbreitete Kunststoff. Die Einsatzgebiete und Verwendungsmöglichkeiten sind extrem vielfältig, und so verwundert es nicht, dass PE in nahezu jedem industriellen Bereich Anwendung findet. Mit deutlich über 30 Prozent Anteil an der Gesamtmenge weltweit, ist PE der am meiste verwendete Kunststoff und vor allem in der Verpackungs- Industrie sehr beliebt. Die physiologische Unbedenklichkeit erlaubt darüber hinaus eine Verwendung im Lebensmittelbereich, beim Einsatz im Trinkwasserbereich, sowie in der Medizintechnik. Dazu tragen sicher auch seine Eigenschaften bei:

  • gute Gleiteigenschaften
  • hohe chemische Beständigkeit
  • gute, elektrische Isolationsfähigkeit
  • hohe Schlagzähigkeit
  • hohe Korrosionsbeständigkeit
  • hohe Schwingungsdämpfung

Diese Aufzählung ist bei weitem nicht abschließend und umfasst nur die wichtigsten Eigenschaften von Polyethylen. Der so vielseitig einsetzbare Kunststoff wird - wie der Name schon andeutet – aus Ethylengas hergestellt. Durch seine Vielseitigkeit kann der Kunststoff mit nahezu allen bekannten Verfahren bearbeitet und geformt werden, wie beispielsweise durch Spritzgießen, Fräsen, Formpressen, Gießen und weitere Möglichkeiten. 

Polyethylen gibt es in verschiedenen Varianten, die sich unter anderem in der Dichte unterscheiden, Mit die häufigsten Varianten sind PE300, PE500 und PE1000.

PE300 (HD)

PE300 besteht aus schwach verzweigten Polymerketten und weist daher eine relativ hohe Dichte zwischen 0,94 und 0,97 g/cm3 auf (HD = high density). Das auch als PE-HD bezeichnete Polyethylen wird überwiegend im sog. Extrusionsverfahren – auch als Hochdruckverfahren bekannt – hergestellt, weshalb es manchmal auch als Polyethylen300 extrudiert bezeichnet wird. PE300 weist eine hohe Beständigkeit gegen Säuren und Laugen auf, bei gleichzeitig extrem geringer Feuchtigkeitsaufnahme. Es ist gut zu verschweißen und eignet sich für eine Bearbeitung im Tiefziehverfahren.  Typische Anwendungen für PE300 sind:

  • Dämpfungselemente
  • Rammschutzleisten
  • Schneidunterlagen
  • Abstandshalter

PE500 (HMW)

Das hochmolekulare PE500 weist ebenfalls eine hohe chemische Beständigkeit bei gleichzeitig extrem geringer Feuchtigkeitsaufnahme auf, kann aber gleichzeitig noch mit guten Gleiteigenschaften sowie einem besonders guten Dämpfungsverhalten punkten. Dadurch eignet es sich zum Beispiel für Schneidbretter sowie weitere Anwendungen in der Nahrungsmittelindustrie, des Weiteren wird diese Variante häufig im Ladenbau eingesetzt, bei Rammschutzleisten sowie für elektronische Bauteile.

PE1000 (UHMW)

Das ultrahochmolekulare PE1000 wird unter anderem wegen seiner besonderen Gleiteigenschaften im Maschinenbau sehr geschätzt. Dazu trägt sicherlich auch die bemerkenswerte Verschleißfestigkeit bei, die zum Beispiel bei der Herstellung von Kettenleisten, Transportschnecken oder Förderelemente wichtig ist. Darüber hinaus kann der Kunststoff durch Zusätze besonders UV stabil, antistatisch oder elektrisch leitfähig gemacht werden. Hier die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

  • sehr gute Verschleißfestigkeit
  • hohe chemische Beständigkeit
  • hohe Schlagzähigkeit
  • hohe Korrosionsbeständigkeit
  • hervorragende Gleiteigenschaften
  • temperaturbeständig bis ca. 200 Grad Celsius
  • sehr gute elektrische Isolationseigenschaften

So vielfältig wie die Eigenschaften, sind dann auch die Einsatzgebiete, unter anderem in der chemischen Industrie, im Maschinenbau, in der Fördertechnik, in der Verpackungsmittelindustrie, im Fahrzeugbau und in der Medizintechnik, sowie in vielen weiteren Bereichen.

Das Kunststoffhaus bietet Polyethylen in Platten sowie als Rundstäbe in diversen Abmessungen an. Hier finden Sie alle Infos dazu: https://www.kunststoffhaus.de/pe-polyethylen-platten-staebe


 


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